Ein Sandwichladen als Sinnbild einer Gesellschaft, in der scheinbar grenzenlose Wahlmöglichkeiten zur dauernden Entscheidungsverpflichtung werden und Freiheit sich als subtiler, ermüdender Zwang zur Selbstkonfiguration entpuppt.
Kategorie: Kultur|Kritik
Der globale Anstieg des Single-Leben
Immer mehr Menschen bleiben allein, leben ohne Partner oder verzichten auf feste Beziehungen und Sex – mit weitreichenden sozialen, wirtschaftlichen und demografischen Folgen.
Natur als Trostfigur – Warum Klimaskepsis und Impfskepsis zusammengehören
Klimaskepsis und Impfskepsis entspringen derselben modernen Illusion einer moralisch verklärten „Natur“, die erst in einer technisch abgesicherten Welt möglich wird und reale, unsichtbare Naturprozesse zugunsten von Gefühl und Authentizitätsglauben ausblendet.
Unwille zu bleiben
„Are we doomed?“ fragt David Runciman – London Review of Books Vol. 47 No. 21 · 20 November 2025 – Der moderne Mensch stirbt nicht an Katastrophen, sondern an seiner eigenen Bequemlichkeit, dem Überfluss an Möglichkeiten und dem schwindenden Willen, sich fortzupflanzen.
Penetranz der negativen Reste
Je weniger echte Laster und Gefahren bleiben, desto empfindlicher reagieren wir auf ihre Reste – und verwandeln selbst den harmlosen Schluck Cola in ein gesellschaftliches Bekenntnis.
Eduardo Lourenço über Fernando Pessoa – eine verständliche Einführung
Eduardo Lourenço sieht in Fernando Pessoa einen genial zerrissenen Dichter, der aus seiner existenziellen Unsicherheit ein poetisches Universum erschuf, in dem Heteronyme, portugiesische Mythen und moderne Sinnkrisen zu einem vielstimmigen Selbstgespräch verschmelzen.
Superhelden- und Katastrophenfilme: Apokalyptische Symptome im Spiegel der Gesellschaft
Superhelden- und Katastrophenfilme spiegeln in unterschiedlicher Erzählweise die apokalyptischen Ängste und gesellschaftlichen Spannungen der Gegenwart wider, indem sie individuelle Erlösungsfantasien und kollektive Überlebenskämpfe inszenieren.
Wurzeln des Populismus
Die gesellschaftliche Spaltung in westlichen Ländern lässt sich auf die Vernachlässigung und Abwertung der traditionellen Unterschicht zurückführen, deren soziale Logiken, Kommunikationsweisen und Lebensstrategien in einer zunehmend von Mittelstands- und Oberschichtnormen geprägten Welt weder verstanden noch anerkannt werden – was den Nährboden für Populismus bildet.
Wasser
Wasser ist Ursprung und Träger von Zivilisation, Handel und Macht: Es formt Gesellschaften, ermöglicht günstigen Warenaustausch, entscheidet über wirtschaftliches Wachstum – und trotz neuer Land- oder Nordrouten bleibt der Seeweg auf lange Sicht unersetzlich.
Ulysses – das Ithaka-Kapitel
Odysseus’ Heimkehr (nostos) ist vollständig – er gewinnt Familie, Heim und Ehre zurück. Bloom hat zwar keinen physischen Kampf zu bestehen, doch er ringt mit sozialer Ausgrenzung, Antisemitismus, Trauer, dem Bewusstsein des Alterns, unerfüllten Sehnsüchten und dem Schmerz des Ehebruchs. Seine Gespräche mit Stephen, die sich durch das Kapitel ziehen, helfen ihm, inneren Frieden zu…
James Joyce …
… die Leute schätzen nie etwas, wenn sie es nicht stehlen müssen. Selbst eine Katze würde sich lieber einen alten Knochen aus dem Mülleimer stehlen, als herbeizukommen und aus Ihrem Teller ein fein säuberlich zubereitetes Kotelett zu fressen. Ein Schriftsteller sollte nie über das Außergewöhnliche schreiben. Das ist etwas für Journalisten.
Die Illusion der Historiker
Geschichte wird von gelehrten Männern geschrieben, deswegen ist es natürlich und angenehm für sie zu glauben, dass die Umtriebigkeit ihrer Klasse die Grundlage für die Bewegung der gesamten Menschheit schafft. Leo Tolstoi, Krieg und Frieden
Sei du selbst …
Der Beitrag stellt infrage, ob echte persönliche Entwicklung in der Selbstverwirklichung liegt, und betont stattdessen die befreiende Kraft der Entfremdung von starren Identitätsvorstellungen.
Man darf das Drama nicht mit Literatur verwechseln …
James Joyce stellt fest, dass das Drama, im Gegensatz zur Literatur, zeitlose menschliche Wahrheiten und unveränderliche Naturgesetze darstellt, und dass die Kunst, insbesondere das Drama, dazu beitragen kann, das Leben in seiner Realität zu begreifen und schöpferisch zu gestalten.
Loblied auf Ulysses – von Lana Bastašić
Die bosnische Autorin Lana Bastašić beschreibt, wie James Joyces *Ulysses* ihr Leben und Schreiben prägte, indem es sie lehrte, stets nach dem zu fragen, was uns Menschen trotz aller Unterschiede verbindet.
Wohlstand, Geographie und die Wurzeln globaler Spannungen
Geografische Faktoren, insbesondere die Verfügbarkeit von schiffbaren Wasserwegen, haben meiner Meinung nach entscheidend zur Entwicklung von wirtschaftlichen Ungleichheiten und kulturellen Unterschieden beigetragen, die wiederum die Ursache für fast alle historischen und gegenwärtigen Konflikte zwischen Zivilisationen sind.
Joan Copjec LIES MEIN BEGEHREN
Joan Copjecs Buch „Lies mein Begehren: Lacan gegen die Historisten“ untersucht tiefere, unbewusste Kräfte, die unser Erleben und Handeln prägen, und kritisiert die Beschränkung der traditionellen Ideologiekritik auf sichtbare Machtverhältnisse. Sie argumentiert, dass Geschlecht nicht nur kulturell konstruiert, sondern auch tief in unserem Unbewussten verwurzelt ist und dass diese unbewussten Dimensionen grundlegende, nicht manipulierbare Aspekte der menschlichen Existenz darstellen. Copjec fordert dazu auf, über die sichtbaren Strukturen hinauszugehen und die tiefer liegenden, unaussprechlichen Kräfte anzuerkennen, die unsere Subjektivität und unser Begehren bestimmen.
Eine Frage der Autorität
Das Patriarchat ist durch vielfältige, ungreifbare Wissensformen und Gerüchte ersetzt worden, die ohne greifbare Verantwortliche mit unbedingter Autorität wirken, was den Eindruck erweckt, dass es weiterhin besteht.
Verlorene Liebesmüh
Woke im Elisabethanischen England
Typisch deutsch
Deutsche Qualitäten und Tugenden nach Sebastian Haffner
