Arbeitswerttheorie

KARL MARX bleibt Ausleger Abrahamitischer Religion, wenn ich die seinem Denken zentrale „Arbeitswerttheorie“ betrachte . Der Mensch, verstehe ich diese, sei die einzige Quelle echten Wertes und legitimer Besitzer der Früchte seiner Arbeit: was wir gemacht haben, gehört unbedingt uns. So wie (das sagt Marx zwar nicht, daher kommt aber, denke ich, die Vorstellung) die Welt „Eigentum“ ihres Schöpfergottes ist. Denn Menschen, glauben Juden, Christen und Muslime, hat Gott „nach seinem Bild“ geschaffen: damit sie es ihm m. a. W. gleichtun: „kreativ“ sind, „Werte“ herstellen, die ihnen dadurch je gehören. Dieser Glaube ist tief verankert in unserem Denken und doch nur einer von vielen möglichen. Man könnte genauso gut finden: „Früchte der Arbeit“ – was soll das denn sein? Wieso soll etwas Wert erlangen, Eigentum werden, weil wir uns ihm gegenüber „eingebracht“ haben? Man könnte mit Chief Seattle finden, die Erde gehöre nicht den Menschen, sondern „der Mensch gehört zur Erde. Alles ist miteinander verbunden, wie das Blut, das eine Familie vereint. Alles ist verbunden. Was die Erde befällt, befällt auch die Söhne der Erde. Der Mensch schuf nicht das Gewebe des Lebens, er ist darin nur eine Faser. Was immer ihr dem Gewebe antut, das tut ihr euch selber an.“

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