Vom Sonnenlicht zur Macht des Opfers

Die fossile Revolution verwandelte gespeichertes Sonnenlicht in einen gesellschaftlichen Energieüberschuss, der individuelle Abhängigkeiten lockerte, Gleichberechtigung und soziale Ansprüche materiell ermöglichte und schließlich eine universelle Moral hervorbrachte, in der auch die Ohnmacht ferner Menschen politische Macht gewinnen kann, wie heute an der weltweiten Wirkung der Bilder aus Gaza sichtbar wird.

Warum wir überhaupt an morgen glauben

Der Mensch kann nur deshalb gemeinsam handeln und eine Gesellschaft bilden, weil er – durch von Nietzsche beschriebene historische Disziplinierung und Verpflichtung sowie durch von Freud beschriebenes Vertrauen und libidinösen Vorschuss – fähig ist, Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft verlässlich miteinander zu verknüpfen.

Wurzeln des Populismus

Die gesellschaftliche Spaltung in westlichen Ländern lässt sich auf die Vernachlässigung und Abwertung der traditionellen Unterschicht zurückführen, deren soziale Logiken, Kommunikationsweisen und Lebensstrategien in einer zunehmend von Mittelstands- und Oberschichtnormen geprägten Welt weder verstanden noch anerkannt werden – was den Nährboden für Populismus bildet.

Wie Kultur uns wissend und dadurch notwendig auch blind macht

In seinem Buch „Rückblick auf die Natur“ (München 1997) analysiert Rolf Peter Sieferle unter anderem die tiefgreifende Transformation von Jäger- und Sammlergesellschaften zu agrarisch basierten Zivilisationen, betont die Rolle der Entstehung und Verfestigung von Traditionen durch wiederholte Kommunikation und untersucht die daraus resultierenden sozialen, kulturellen und machtstrukturellen Wandlungen.