Warum wir das Klima nicht erzählen können

In einer radikal veränderten Welt, in der der Meeresspiegel die Sundarbans verschlungen und Metropolen wie Kolkata, New York und Bangkok unbewohnbar gemacht hat, werden sich die Menschen der Zukunft, wenn sie sich der Kunst und Literatur unserer Zeit zuwenden, nicht zuerst und mit größter Dringlichkeit fragen, wo in diesen Werken die Zeichen jener veränderten Welt aufscheinen, die sie geerbt haben? Und wenn sie solche Spuren nicht finden – was bleibt ihnen dann anderes, als zu schließen, dass unsere Epoche eine war, in der Kunst und Literatur sich überwiegend in Formen der Verhüllung einrichteten, die den Blick auf die Wirklichkeit der eigenen Gefährdung verdeckten? Gut möglich also, dass gerade diese Zeit, die so sehr von ihrem Selbstbewusstsein überzeugt ist, einst als das Zeitalter der Großen Verwirrung in Erinnerung bleiben wird.

Warum der Neoliberalismus den Klimawandel leugnet

Wenn ich versuche, hinter der mir auf Anhieb unverständlichen Leugnung des Klimawandels einen tieferen oder heimlichen Sinn zu entdecken, spekuliere ich, in erster Linie soll damit die Notwendigkeit staatlicher Eingriffe abgewehrt werden. Warum? Wegen einer ultimativen Markt-Gläubigkeit, die weit über das Marktverständnis der klassischen Ökonomie hinaus geht. Für die Neoliberalen ist der Markt kein Ort…