Verliebtheit

Was einen an einer anderen Person magisch und unausweichlich anzieht, jene kaum fassbaren, merkwürdig partiellen Gründe, wird Projektion genannt, weil der Mitmensch dabei nicht erkannt, sondern besetzt wird. Aber gibt es eine andere Verliebtheit als jene, in dem anderen etwas zu vermuten, das man einmal verloren hat? Kann Verliebtheit daher nie auf Gegenseitigkeit beruhen, sondern bestenfalls auf gegenseitigem Verkennen? Meistens ist es einseitiges Verkennen, daher wahrscheinlich ganz in Ordnung, wenn die besetzte Partei sich für ihr Treten in die Fußstapfen unserer Fantasie wie ein Schauspieler bezahlen lässt. Was dann ja auch häufiger der Fall ist, als man wahrhaben möchte.
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