Identität ist ein Fetisch

Wenn ich den Klapprechner, auf dem dieser Text gerade entsteht, mir etwas robuster vorstelle und als Trouvaille in einer Umgebung, die solches Gerät noch nicht kennt – in seinen Findern dürfte, je vertrauter sie sich damit machten, die Überzeugung wachsen, es mit einem magischen Gegenstand zu tun zu haben. Dadurch würde die bloße Vorrichtung zum Fetisch. Sie verfügte über Leistungsmerkmale, die sie eben dadurch ausmachen, dass sie sich aus nichts weiter erklären lassen. Darin liegen Wesen und Irrtum von „Identität“: im Absehen vom Schicksal oder Aufsaugen der Rolle durch ihren Spieler, der sie nicht mehr auslegt oder deutet, sondern – angeblich – stiftet und ausmacht.

Im Fetisch liegt Hochmut, zu früh gezogener Schlussstrich, der den Eintritt eines Verständnisses signalisiert, das noch gar nicht erreicht ist.

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