Afghanistan – Taliban als Geschöpfe des Westens

Zufällig war ich einmal in Afghanistan, vor etlichen Jahren für das Goethe-Institut, um „Dramaturgie|Drehbuch“ zu lehren. Meine Schüler sagten mir irgendwann während des Unterrichts, ich würde ihnen dasselbe vermitteln wie während der russischen Besatzung die Frau von der Filmhochschule in Moskau.

Der Name der Kollegin sagte mir nichts, aber ich kannte ihr Institut vom jährlichen internationalen Festival in München. Die Filmhochschulen der Welt unterscheiden sich kaum im Hinblick auf das, was sie ihren Studenten einbläuen. Was immer daher die Russen, nachdem sie in Afghanistan eingefallen waren, den Leuten beizubringen hatten, hob sich zu wenig ab von dem, an dessen Näherbringung später dem Westen lag, um die schweren Opfer zu rechtfertigen, welche vorausgingen.

Die Russen wollten damals dem Islamismus vorbeugen, der ihnen im Land zu schaffen machte. Und prompt von den USA gefördert wurde, um sie in die Knie zu zwingen. Damit war das Elend Afghanistans vorprogrammiert, denn im Endeffekt wurde es so erst zu einer Hochburg der Taliban.

Der radikale Islamismus steht nicht auf eigenen Beinen, sondern lebt vom Zuschuss aus den Gewinnen, welche der Verkauf von Rohöl abwirft. Ist also eine Weiterung der westlichen Industrie- oder besser Individualgesellschaften. Denn jeder von uns kann sich seinen mehr oder weniger befreiten Lebensstil nur leisten infolge der Energie, welche ihm/ihr zur Verfügung steht und die Arbeit von mehreren Sklaven ersetzt, die früher nötig waren, um auf solchem Niveau zu existieren.

Ohne Rohöl oder verwandte Sonnenspeicher würde unser Selbstverständnis zusammenbrechen. Deswegen ist uns jedes Mittel recht, den Vorrat sicherzustellen. Auch die Subventionierung des Islamismus.

Als dessen Folgen das World Trade Center zum Einsturz brachten, konnte man ihn nicht unmittelbar angehen, etwa in Saudi-Arabien, wo das Ereignis gefeiert wurde, ohne die Energieversorgung|unser Selbstverständnis zu gefährden. Weil aber doch eine Reaktion erfolgen musste, gerieten unbeteiligte Gegenden in Visier, mit dem Erfolg, dass dortselbst der Islamismus entweder hochkam wie im Irak|Syrien oder letztendlich zementiert wurde wie in Afghanistan.

Das kleine Land ist mittlerweile vollkommen ruiniert infolge der Einmischungen seiner Nachbarn. Familien überleben, indem sie die Organe ihrer Kinder verkaufen. Afghanistan wird sich selber aufstellen und helfen müssen, um nicht weiter übervorteilt zu werden. Der Islamismus an seiner Spitze sollte eigentlich zusammenbrechen, wenn er nicht mehr bezuschusst wird.

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