R|EVOLUTION DURCH VIREN

Unser heutiger Leib wurde, befragt man den Fachverstand der Virologen, sachte zur Quelle menschlichen Bewußtseins durch den ständigen Einfluss | Einbau von Viren und entwicklet sich kraft ihrer immer noch weiter – in unvorstellbare Dimensionen (Deleuze lässt grüßen). Selbst der Aids-Virus wird solcherart eingemeindet mit der Zeit und Bestandteil einer unerhörten Zusammenstellung, die sich mit unserem heutigen Körper irgendwann einmal wie Menschen mit Affen nicht mehr wird paaren können. So betrachtet, hat die hetrosexuelle Fortpflanzung etwas Konservatives, das den Bestand zwar neu konfiguriert, aber nicht umwälzt oder ins Schwärmen brächte. Das schaffen nur Viren. Ihr Feind ist das Abstandnehmen, und sie wirken umso tödlicher, je ausgeleierter ein Organismus ist. (Kinder sind, scheint‘s da, meist weniger betroffen.) Man könnte auch spekulieren, die genetische Fortpflanzung sei RECHTS, indem sie auf Erhalt, diejenige von Viren LINKS, indem sie auf Erweiterung aus ist. Virale Sexualität wäre dann zwangsläufig liebestoll, promiskes Verhalten Ausdruck wütender Viren.