Die Äbtissin

Ermittler*innen in einem Krimi müssen schon einen an der Waffel haben, um vom Publikum angenommen zu werden. Sie dürfen nicht zu gut aussehen. Ich finde es eher peinlich, wenn sie beim heterosexuellen Sex gezeigt werden. Homosexueller geht schon. Die frühen Detektivinnen waren alle lesbisch. Inzwischen können sie auch Kinder haben. Wenn sie geschieden sind. Wenn sie nicht geschieden sind, sind sie besser steril. Was ich noch nicht gesehen habe, ist eine junge, gut aussehende, heterosexuelle Detektivin vor dem ersten Kind. Weil man diesem Typ nicht die nötige Kaputtheit zutraut, um Dinge wieder heil machen zu müssen. Es würde gehen, wenn sie auf irgendein Trauma zurückblickt. Sie wäre dann aber nicht mehr sexuell – höchstens: pervers. Die erfolgreichsten und beliebtesten Detektivinnen waren die alten Jungfern|Lesben, Angela Lansbury: Mord war ihr Hobby. Ich könnte mir vorstellen, dass so ein Kommissarinnen-Typ auch heute wieder großen Erfolg hätte, wenn man ihn einführte. Eine Art Äbtissin – so könnte man die Serie sogar nennen Die Äbtissin. Ihr Spezialität sind Verbrechen von Frauen, die normalerweise nicht aufgedeckt werden – im Pflegebereich, Kindesmisshandlung, Zuhälterei. Schneewittchenmorde. Man hätte auch Gelegenheit, fabelhafte Widersacherinnen zu entwickeln. Pro Folge eine Hexe!

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