Dreifaltigkeit

Bei der Vorbereitung meines im übrigen in Deutschland einmaligen Seminars „Erfolgreich Fernsehkrimis schreiben“ bin ich im Werk der sehr erfolgreichen Krimi-Klassikerin und Theoretikerin, aber auch Dante-Übersetzerin und Theologin Dorothy Sayers, einer so hässlichen wie leidenschaftlichen Frau, auf den merkwürdigsten und inspirierendsten Titel „Homo Creator“ (auf Deutsch) gestossen: Sayers Deutung der Dreifaltigkeit – die, wie ich inzwischen nachlese, erheblichen Einfluss auf die Entwicklung der Computer-Sprache gehabt haben soll. Sayers erkennt in dem christlichen Bild eine Darstellung der Beziehung zwischen Anwendung, Gerät und Nutzern: erstere braucht das zweite, um in Erscheinung zu treten, in seinem Gebrauch durch die Nutzer aber erst vollzieht sich sein Wesen. Alle drei Aspekte, die Sayers auch auf die Schaffung und Rezeption literarischer Werke bezieht, können unabhängig voneinander beschrieben werden. Der Islam entwickelt dies dann in die Beziehung zwischen Gott, Schrift und Gemeinde. Der christl. Gott hat demgegenüber anstelle von Dokumenten etwas „Autobiographisches“ (seinen Sohn) hinterlassen. Sayers ist eine der kühnsten und originellsten Denkerinnen, die mir bis heute unterkamen.

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