Hegel kann man endlos nachspüren.

Dass er – zumindest mir – nie ganz einleuchtet, lässt mich immer wieder neugierig zu seinen Sätzen zurückkehren. Z. B. folgeden aus der Phänomenologie des Geistes:

Die lebendige Substanz ist ferner das Sein, welches in Wahrheit S u b j e k t, oder, was dasselbe heißt, welches in Wahrheit wirklich ist, nur insofern sie die Bewegung des Sich-selbst-setzens, oder die Vermittlung des Sich-anders-werdens mit sich selbst ist. Sie ist als Subjekt die reine e i n f a c h e N e g a t i v i t ä t, eben dadurch die Entzweiung des Einfachen, oder die entgegensetzende Verdopplung, welche wieder die Negation dieser gleichgültigen Verschiedenheit und ihres Gegensatzes ist; nur diese sichw i e d e r h e r s t e l l e n d e Gleichheit oder die Reflexion im Anderssein in sich selbst – nicht eine u r s p r ü n g l i c h e Einheit als solche, oderu n m i t t e l b a r e als solche, ist das Wahre.


Ich paraphrasiere dann gerne, um die vorgestellten Gedanken durchs Gießen in eigene Worte etwas mehr zu begreifen. Also: Wahrheit entsteht allein durch die Überwindung des Gegensatzes von Ich und Welt – entspringt einer Polarisierung, welche sie aufhebt im Zu-sich-Kommen nach einer Verneinung, dabei auf nichts ursprünglich Ganzes zurückgehend, sondern dieses erst wahr machend aus einer inneren Spannung heraus.

Heißt das: Nur vermittels des Holocausts erschließt sich der Wert der Menschenrechte?

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