Der Schwerpunkt einer Handlung: etwas Schreckliches, das dem Helden zustößt oder un|mittelbar von ihm verursacht wird.

Dies sind zwei Teile der Fabel {Verlaufsordnung}: die Peripetie {Überraschung} und die Wiedererkennung {der Ursachen}; ein dritter ist das schwere Leid {die Katastrophe} …, ein verderbliches oder schmerzliches Geschehen, wie z. B. Todesfälle auf offener Bühne, heftige Schmerzen, Verwundungen und [schwere sittliche Unfälle]. S. 37

 

Was im wirklichen Leben Schmerz auslöst, wird goutiert in seiner Vorstellung.

 

Notwendigerweise gehen derartige Handlungen {Taten} entweder unter einander Nahestehenden oder unter Feinden oder unter Personen vor sich, die keines von beiden sind. Wenn nun ein Feind einem Feind etwas Derartiges antut, dann ruft er keinerlei Jammer {Herzzerreißen} hervor, weder wenn er die Tat ausführt noch wenn er sie auszuführen beabsichtigt – abgesehen von dem {bang vorweggenommenen} schweren Leid als solchem. Dasselbe gilt für Personen, die einander nicht nahe stehen, ohne miteinander verfeindet zu sein. Sooft sich aber das schwere Leid innerhalb von Naheverhältnissen ereignet (z. B.: ein Bruder steht gegen den Bruder oder ein Sohn gegen den Vater oder eine Mutter gegen den Sohn oder ein Sohn gegen die Mutter; der eine tötet den anderen oder er beabsichtigt, ihn zu töten, oder er tut ihm etwas anderes Derartiges an) – nach diesen Fällen muss man Ausschau halten. S. 43

 

Je besser sich die Parteien eines Konfliktes kennen, desto dramatischer mutet er an ‒ am dramatischsten unter Blutsverwandten.

 

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