Was jämmerlich-schauderhaft aussieht, aber nicht weh tut, ist komisch.

Die Komödie ist, wie wir sagten, Nachahmung {Darstellung} von schlechteren {närrischeren} Menschen {als wir uns selber dünken}, aber nicht in Hinblick auf jede Art von Schlechtigkeit, sondern nur insoweit, als das Lächerliche am [uns abstoßenden] Hässlichen teilhat. Das Lächerliche ist nämlich ein mit Hässlichkeit {Abstoßendem} verbundener Fehler, der indes [im genauen Gegensatz zum tragischen Pathos] keinen Schmerz und kein Verderben verursacht, wie ja auch die lächerliche Maske hässlich und verzerrt ist, jedoch ohne den Ausdruck von Schmerz. S. 17

 

In der Komödie identifizieren wir uns nicht mit dem Helden, weisen ihn innerlich zurück. Lachen zerstört die Intimität.

 

[Am] zweitbeste[n] … ist … eine […] zwiefach zusammengefügte […] Fabel {Folgerichtigkeit}, wie die „Odyssee“, … in der die Guten und die Schlechten ein entgegengesetztes Ende finden. Sie gilt [bei manchen] als die beste, weil sie der Schwäche des Publikums entgegenkommt. Denn die Dichter richten sich nach den Zuschauern und lassen sich von deren Wünschen leiten. Doch diese Wirkung ist nicht das Vergnügen, auf das die Tragödie zielt; sie ist vielmehr eher der [lockerer gefügten Launen‑]Komödie eigentümlich. S. 41

 

Während die dramatische Handlung einen ergreift, mitreißt und so zu jemand anderem werden lässt, bleibt man durch die Komödie ‒ innerlich unberührt ‒ derselbe. Beide Bedürfnisse befriedigt eine dramatische Geschichte mit komischer Nebenhandlung.

 

 

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