Dialog ist besser Teil der Handlung.

Hieraus ergibt sich, dass sich die Tätigkeit des Dichters {Drehbuchautors} mehr auf die Fabeln {Anordnung der Ereignisse als Verlauf} erstreckt als auf die Verse {szenische Ausarbeitung mit Dialogen}: er ist ja in Hinblick auf die Nachahmung {Schöpfung} Dichter, und das, was er nachahmt {hervorbringt}, sind Handlungen {auseinander hervorgehende Verläufe}. S. 31

 

Dialog ist keine Domäne des dramatischen Autors.

 

… wenn jemand Reden {Dialoge} aneinanderreihen wollte, die Charaktere {Meinungen} darstellen {stiften} und sprachlich wie gedanklich gut gelungen sind, dann wird er gleichwohl die der Tragödie eigentümliche Wirkung {Jammer und Schaudern infolge eines menschlichen Fehlers} nicht zustande bringen. Dies ist vielmehr weit eher bei … [einer dramatischen Geschichte] der Fall, die in der genannten Hinsicht {Charakterzeichnung} Schwächen zeigt, jedoch einen Mythos {Sinn}, d. h. eine Zusammenfügung von Geschehnissen, enthält. S. 21 f.

 

Eine gut funktionierende Geschichte geht zulasten der Charaktere ‒ und umgekehrt.

 

Um die Sprache {szenische Ausarbeitung} muss man sich vor allem in Abschnitten bemühen, die ohne Handlung {Drama} sind und weder Charakter {Meinung} noch Gedankliches {Thema} enthalten. Andererseits verdunkelt eine allzu blendende Sprache {in Dialogen} die Charaktere {Werte} und Gedankenführung. S. 85

 

Das Dramatische einer Geschichte ist nie literarisch.

 

Zur Gedankenführung {Vermittlung von richtigen Inhalten} gehört [freilich], was mithilfe von Worten {in Dialogform} zubereitet {erklärt} werden soll. Teile davon sind das Beweisen und Widerlegen und [‒ vergleichbar dem, was dramatische Handlungen tun ‒:] … Hervorrufen von Erregungszuständen, wie von Jammer und Schaudern oder Zorn und dergleichen mehr, ferner das Verfahren, einem Gegenstande {Dasein oder Lauf der Dinge} größere oder geringere Bedeutung zu verleihen. S. 61

 

Dramatische Wirkungen werden erreicht durch Handlung oder Dialoge.

 

Allerdings besteht insofern ein Unterschied [zwischen ausgesprochenen Erklärungen und einer Handlung], als sich die [in beiden Fällen erstrebten] Wirkungen {Erregungszustände wie Jammer, Schaudern oder Zorn und Dergleichen mehr} bei Geschehnissen {einer dramatischen Verknüpfung} ohne lenkende {verbale} Hinweise einstellen müssen, während sie bei allem, was [nach bereits vorliegendem Stoff] auf [beschreibenden] Worten beruht, vom Redenden hervorgerufen und durch die Rede {Präsentierung} erzeugt werden müssen. Denn welche Aufgabe hätte der Redende {Interpret} noch, wenn sich die angemessene Wirkung {Jammer, Schaudern …} auch ohne Worte einstellte? S. 61

 

Dialoge können nur etwas hinzutun, wo die Handlung bereits wirksam ist.

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.