01 SPANNUNG | Zuschauer steigen ein, je mehr ihnen etwas in Aussicht gestellt wird
Spannung beginnt mit einer Vorstellung von dem, was kommen könnte. Eine Geschichte gewinnt Zug, sobald ihr Ausgang sich im Voraus fühlen oder erahnen lässt. Das Kapitel zeigt, wie eine Erwartung im Zuschauer entsteht und weshalb gerade die Aussicht auf ein kommendes Ereignis die Aufmerksamkeit bindet.
Technischer Hinweis: Der bei 14:03 eingespielte Filmausschnitt ist stellenweise leise. Ersatzweise lässt er sich unter www.martinthau.eu/clips/009.mp4 ansehen.
Ersatz-Filmausschnitt 009.mp4
02 SPANNUNG | Zweifel als Mittel der Eskalation
Erwartung allein trägt eine Geschichte nur eine begrenzte Strecke. Spannung gewinnt an Kraft, sobald sich in die Erwartung ein Zweifel mischt. Das Kapitel vertieft diesen Spannungsbegriff und unterscheidet zwischen Getrostspannung und Bangspannung, also zwischen zuversichtlicher Erwartung und banger Vorahnung.
Verweise auf Filmausschnitte folgen dem Schema http://www.martinthau.eu/clips/xxx.mp4. Für xxx wird die während der Vorlesung genannte dreistellige Ziffernfolge eingesetzt, zum Beispiel 112.mp4 oder 008.mp4. Ein- und zweistellige Nummern erhalten führende Nullen.
03 SPANNUNG | Varianten und Eskalation
Eine funktionierende Geschichte spannt uns auf etwas Kommendes. Das kann ein Ereignis oder eine Entscheidung sein, ebenso die Erklärung eines zunächst rätselhaften Zusammenhangs. Das Kapitel verfolgt diese Grundformen und zeigt, wie ihre Spannung im Verlauf anwächst.
Beispielvideos: http://www.martinthau.eu/clips/xxx.mp4. Für xxx wird die in der Lektion genannte dreistellige Nummer eingesetzt.
04 SPANNUNG | Verlauf und Stiftung
Die für Spannung nötige Erwartung ruft einen Zweifel hervor und damit die Vorstellung eines anderen Ausgangs. Gezeigt wird, wie solche Erwartungen im Gemüt des Zuschauers gestiftet werden: als Erwartung einer Erklärung oder als Erwartung einer Entscheidung.
Beispielvideos: http://www.martinthau.eu/clips/xxx.mp4. Für xxx wird die in der Lektion genannte dreistellige Nummer eingesetzt.
05 SPANNUNG | Überraschung und Emotionen
Überraschung entsteht im Umschlagen von Erwartung in Zweifel und wieder zurück in Erwartung. Dieses Hin und Her setzt die Fantasie in Bewegung. Das Kapitel verfolgt den Zusammenhang zwischen diesem Wechselspiel, Erregung und dem intensiven Spannungserlebnis.
Beispielvideos: http://www.martinthau.eu/clips/xxx.mp4. Für xxx wird die in der Lektion genannte dreistellige Nummer eingesetzt.
06 LUST | Zwischen Drama und Komödie
Geschichten bieten dem Zuschauer Erholung und Erbauung. Komische Lust entsteht mittelbar an den Schwächen einer Figur. Unmittelbare Lust entsteht an Kräften, die uns anziehen: an ihrem Willen, ihrem Verstand oder ihrem moralischen Vermögen. Das Kapitel führt diese beiden Wege des Vergnügens zusammen.
Verweise auf Filmausschnitte folgen dem Schema http://www.martinthau.eu/clips/xxx.mp4. Die während der Lektion genannte Nummer wird dreistellig eingesetzt, zum Beispiel 008.mp4 oder 112.mp4.
07 ERREGUNG | Was einem an die Nieren geht
Erregung richtet sich besonders auf das Überpersönliche: auf Schönheit und Erhabenheit, ebenso auf Scheußlichkeit. Ihre Kraft wächst im Kontrast, wenn gegensätzliche Eindrücke unmittelbar aufeinandertreffen. Das Kapitel untersucht diese Wirkung als eigene Quelle des Filmerlebnisses.
Verweise auf Filmausschnitte folgen dem Schema http://www.martinthau.eu/clips/xxx.mp4. Die genannte Nummer wird stets dreistellig eingesetzt.
Das Erhabene illustrieren zusätzlich folgende YouTube-Stellen:
YouTube-Beispiel 1
YouTube-Beispiel 2
YouTube-Beispiel 3
08 KONFLIKT | Außenkampf – Einleitung
Handlung erscheint als Kampf. Eine gelungene Szene entfaltet einen eigenen Kampf und steht zugleich innerhalb eines umfassenderen Kampfes der Geschichte. Das Kapitel führt in den Außenkampf als sichtbare Form dieses Konflikts ein.
09 KONFLIKT | Außenkampf – Höhepunkt
Im Höhepunkt entscheidet sich der äußere Kampf. Der Zufall darf dabei dem Widersacher helfen; Held oder Heldin führen die Entscheidung aus eigener Kraft herbei. Darin zeigt sich, wer den Kampf tatsächlich gewinnt und welche Fähigkeit die Hauptfigur bis hierher entwickelt hat.
10 KONFLIKT | Findung und Spielarten
Am Anfang einer Stoffentwicklung ist oft erst herauszufinden, wer die Hauptfigur ist und was sie erreichen will. Sobald dieses Wollen klar wird, kann das Widerspiel genau dort angreifen. Aus diesem Zusammenstoß entsteht der Konflikt, das Rückgrat der Geschichte und damit ihre eigentliche Handlung.
11 KONFLIKT | Haupt- und Nebenhandlungen
Eine Geschichte zerfällt in Konflikte, also in Handlungen, die als Kämpfe organisiert sind. Nebenhandlungen können eine Haupthandlung spiegeln, kommentieren oder ihre Wendepunkte hervorbringen. Serien verweben häufig mehrere gleichberechtigte Handlungen und erzeugen daraus ihre Gesamtbewegung.
12 KONFLIKT | Verschiedene Beispiele des Außenkampfes
An verschiedenen Beispielen wird sichtbar, wie äußere Konflikte gebaut, zugespitzt und in eine Entscheidung geführt werden. Zugleich öffnet sich von hier aus der Übergang zum Innenkampf und zu seinen Alternativen.
Der in der Lektion genannte Filmausschnitt folgt dem Schema http://www.martinthau.eu/clips/xxx.mp4. Die Nummer wird dreistellig eingesetzt, zum Beispiel 008.mp4 oder 112.mp4. Etwas Ladezeit lassen. Ab 4:50 werden die Alternativen des Innenkampfes nachvollzogen.
13 KONFLIKT | Innenkampf
Der innere Konflikt gewinnt besondere Stärke, weil sich der „Feind in der eigenen Festung“ befindet. Verschiedene Strebungen derselben Figur ziehen in entgegengesetzte Richtungen. Filmisch lässt sich dieser Kampf unmittelbar im Verhalten und im Gesicht der Hauptfigur austragen.
Verweise auf Filmausschnitte folgen dem Schema http://www.martinthau.eu/clips/xxx.mp4. Die während der Lektion genannte Nummer wird dreistellig eingesetzt, zum Beispiel 008.mp4 oder 112.mp4.
14 KONFLIKT | Möglichkeiten und deren Anwendung
Außenkampf und Innenkampf stellen zwei verschiedene dramatische Fragen. Beim äußeren Kampf steht das Können einer Figur auf dem Prüfstand: Kann sie sich gegen die Gegenkraft durchsetzen? Beim inneren Kampf geht es um ihren Willen: Welche der widerstreitenden Strebungen setzt sich in ihr durch?
Weiterführende Literatur:
Aristoteles: Poetik
David Mamet: Die Kunst der Filmregie
Vom dreifachen Gebrauch des Messers
Robert McKee: Story
15 ANWENDUNG | Beispiel 1
Die Techniken und Rezepte der Vorlesung werden praktisch eingesetzt. Aus dem Stegreif entsteht eine kurze Geschichte zwischen zwei Personen an einem Ort. Das Beispiel zeigt, wie aus einem überschaubaren Ausgangspunkt Spannung, Wollen und Konflikt entwickelt werden.
16 ANWENDUNG | Beispiel 2
Im zweiten Anwendungsbeispiel dienen dieselben Techniken dazu, den Grundgedanken eines Spielfilms zu entwickeln. Die Vorlesung führt damit von den einzelnen dramaturgischen Werkzeugen zur Erfindung eines zusammenhängenden Filmstoffs.
