Warum das Christentum auch verhasst ist

Hat mit seinem Menschenbild zu tun, zusammengefasst im Dogma der Erbsünde. Die Vorstellung dahinter: dass der Mensch ein Mängelwesen ist, eine Art Krüppel, angewiesen auf Prothesen. Die schlimmste Sünde ist folglich der „Hochmut“, also Auffassung, man sei nicht verkrüppelt. Denn erst dieses Eingeständnis macht die Beschaffung und Optimierung von Prothesen möglich, die allerdings niemals die…

Was „Geschlecht“ wirklich ist – und warum es nur zwei davon gibt (die sich nicht vertragen)

Der Gender-Vormarsch sieht vieles richtig, nur eine Hauptsache, die ihm obendrein den Namen gibt, ist, wenn auch nicht 100%, so doch im entscheidenden Punkte verkehrt. Denn das Geschlecht ist nicht wie Klasse oder Rasse ein kultureller Oberton, der sozusagen mit der Mode geht, sondern eine unvergleichliche Weise, mit Welt und Leben fertig zu werden und…

Der blinde Flecken im Phantasma der LGBTQ-Heroen

Die subversiven Dekonstrukteur*innen des Geschlechterunterschieds und kritischen Stimmen im Hinblick auf die Stabilität sexueller Zweiteiligkeit unterstellen ausnahmslos, dass der Heterosexismus die Ergänzung von Mann und Frau in einer wechselseitigen Beziehung vorsieht. Was niemand, der die Traute hatte, sich darauf einzulassen, bestätigen wird. Die heterosexuelle Beziehung besteht gerade in der Unvereinbarkeit ihrer Bestandteile, einer vitalen Spannung,…

Frauen in Macht-Postionen . . .

. . . machen nur Sinn in Gruppen, welchen sie erhalten bleiben. Je mehr ich die Geschichte der Menschheit nachvollziehe, desto deutlicher wird, dass Frauen zwischen Gemeinschaften – zur Vorbeugung von Inzucht-Schäden – fast immer getauscht worden sind. Daraus folgte eine Heimatlosigkeit der Frau. Die vertraute Umgebung ihrer Kindheit | Jugend geht ihr grundsätzlich verloren….

„Keine vier Wochen eigentliches Behagen“ – Goethes lebenslanges Kranksein

Johann Peter Eckermann (1792–1854), der Vertraute der letzten Lebensjahre des Dichters, notiert unter dem 27. Januar 1824 folgende Äußerung Goethes: „Man hat mich immer als einen vom Glück besonders Begünstigten gepriesen, auch will ich mich nicht beklagen und den Gang meines Lebens nicht schelten. Allein im Grunde ist es nichts als Mühe und Arbeit gewesen,…

Kafka DAS SCHLOSS

…zwar merkte er, daß ihn das, wovon Bürgel sprach, wahrscheinlich sehr betraf, aber er hatte jetzt eine große Abneigung gegen alle Dinge, die ihn betrafen.

Hässlichkeit verschlingt die Zukunft

Schönheit ist immer zerbrechlich, strahlt Unbestand aus und damit das Neue, durch das sie ersetzt werden soll.  Hässlichkeit wirkt dagegen robust, muss die Zukunft nicht fürchten, weil sie sie verschlungen hat. Der hässliche Stolz ist zeitlos, versperrt die Verheißung und muss sich im Kreis drehen. Wo nichts zerbrechen will, kann auch nichts werden.

Maschine Mann | k. I. der Frauen

Der Unterschied zwischen einer Maschine und einem Organismus besteht darin, dass es im letzterem nichts Überflüssiges gibt. Wenn wir irgendwo ein Teil finden, können wir jedes Mal erkennen, ob es zu einem Organismus, nicht aber immer, falls es zu einer Maschine gehört. Denn in Maschinen gibt es Elemente, denen man die Maschine nicht ansieht, weil…

Was fasziniert stolze Frauen an Schwächlingen?

Dass sie sich beherrschen lassen, wäre die erste, spontane Antwort. Aber sie knechten diese Männer ja nicht herum, putzen sie eher heraus, behängen sie mit Schmuck wie eine Prostituierte ihren Zuhälter oder ein Primitiver seinen Fetisch, dem er übernatürliche Kräfte zuschreibt trotz seiner Mickrigkeit. Fetische sind nie imposant, im Gegenteil. Ihre merkwürdige Übernatürlichkeit verdanken sie…

Rider Haggard SIE

Endlich mal diesen Roman gelesen, nachdem ich unendlich davon gehört hatte: Kipling hält Haggards Einbildungskraft für unübertroffen;  Graham Greene meinte, die Bilder des Romans »nach 30 Jahren noch« im Gedächtnis zu haben; Henry Miller: »Vielleicht können wir das wahre Format Rider Haggards erst ermessen, wenn unsere Wissenschaftler auf die Wahrheiten kommen, die seine Einbildungskraft schon…

Echtheit dank Schminke

Dolly Parton wirkt vollkommen authentisch durch ihren Putz. Man möchte beinahe meinen, wer sich nicht so schminkt, hat etwas zu verbergen. Verglichen mit ihr kommen z. B. Patti Smith oder Joan Baez eindimensionaler herüber, polarisierender. Parton scheint dagegen in der Lage, die widersprüchlichsten Gruppierungen einzubinden, LGTB+ wie NRA. Sowas schreibt man sonst Heiligen zu.

Meine Lieblingsverschwörungstheorie

Unter den Verschwörungstheoretikern überzeugen mich die peak oil-Leute am meisten. Wenn sie nur nicht wieder solche Anti-Semiten wären. Ich bin etwas ratloser, als ich vielleicht sein sollte, gegenüber diesem Anti-Semitismus. Was ist sein tieferer Grund? Als Erstes fällt mir Ressentiment ein, das andererseits „erfunden“ wurde von den ersten Juden, die ihren Gott nicht aufgaben, nachdem…

Toxische Männlichkeit

Wie sieht eigentlich eine gelungene Männer-Biografie aus heutzutage? An welchem Vorbild könnte sich ein junger Mann –  etwa ab 15 Jahren – orientieren? Spontan fallen einem im heterosexuellen Bereich nur Negativ-Beispiele ein. Positiv besetzt ist da eher die gleichgeschlechtliche Partnerschaft. Sie bietet einen attraktiven Weg aus der Sinnkrise und dürfte auch deswegen immer häufiger werden….

Familie & der Rest der Welt – wie Christentum die Moderne informiert

Unmittelbar nach der Rückeroberung Afghanistans durch die Truppen der Nordallianz war ich ein paar Wochen aktiv in dem Land für das Goethe-Institut, das als kultureller Arm des deutschen Engagements westliche Werte verbreiten wollte. Auch alle anderen Nationen hatten solche Kulturbüros, die vor allem Theaterprojekte förderten. Die Kulturbotschafter stellten auch hauptsächlich das Publikum der unterschiedlichen Premieren….

Verliebtheit

Was einen an einer anderen Person magisch und unausweichlich anzieht, jene kaum fassbaren, merkwürdig partiellen Gründe, wird Projektion genannt, weil der Mitmensch dabei nicht erkannt, sondern besetzt wird. Aber gibt es eine andere Verliebtheit als jene, in dem anderen etwas zu vermuten, das man einmal verloren hat? Kann Verliebtheit daher nie auf Gegenseitigkeit beruhen, sondern…

Rassismus ist der Grund des Bewußtseins

Man muss sich dafür einen Konflikt vorstellen, am besten einen prototypischen – im Fitness-Studio beispielsweise – wenn die Person auftaucht, die den Spind genau neben dem eigenen belegt hat, obwohl alle anderen frei sind, und verlangt, dass man ihr Platz macht. Die Gefühle, die man dann beherrschen muss, sind die erste echte Antwort jedes Menschen…

Warum der Christengott keine Frau ist

Sie müsste in dem Fall ja zutodegefoltert worden. Im Neuen Testament gibt es dazu einen rätselhaften Hinweis – von Jesus persönlich: „Alle Sünden können den Menschen vergeben werden, selbst die Gotteslästerungen, die sie aussprechen. Wer aber den Heiligen Geist lästert, wird keine Vergebung finden. Wer etwas gegen den Menschensohn sagt, dem kann vergeben werden. Wer…

Wahrheit entspringt eher dem Irrtum als der Verwirrung

…truth will sooner come out from error than from confusion. Francis Bacon Eine falsche Hypothese ist besser als gar keine, denn daß sie falsch ist, ist gar kein Schade, aber wenn sie sich befestigt, wenn sie allgemein angenommen, zu einer Art von Glaubensbekenntnis wird, woran niemand zweifeln, welches niemand untersuchen darf, dies ist eigentlich das…

Is There Anything Good About Men?

American Psychological Association, Invited Address, 2007 Media Transcript Full Version By Roy F. Baumeister You’re probably thinking that a talk called “Is there anything good about men” will be a short talk! Recent writings have not had much good to say about men. Titles like “Men Are Not Cost Effective” speak for themselves. Maureen Dowd’s…

Eltern-Kind-Konflikt

Eltern-Kind-Konflikt ist ein von Robert Trivers 1974 geprägtes evolutionstheoretisches Modell, aus dem sich ein Konflikt zwischen Eltern und Nachwuchs um die Höhe des Elternaufwands ergibt. Der Elternaufwand ist hierbei definiert als jegliches Verhalten, das die Fitness eines Nachkommen erhöht und gleichzeitig den Elternaufwand für anderen Nachwuchs verringert. Die Eltern streben danach, die Zahl der überlebenden Nachkommen zu maximieren. Der einzelne Nachkomme versucht…