Die Frau gibt es nicht . . .

. . . ist der herausfordernder Witz von Lacans quantischer „Formel der Sexuierung“.   Was er damit aber eigentlich sagen will: Männer tragen Toupets – Frauen Schminke.   Was ist der Unterschied?   Das Toupet will über etwas hinwegtäuschen, die Schminke stellt etwas vor. Schminke ist insofern ehrlicher im Hinblick auf einen Mangel als Toupet….

Kultureller Marxismus

. . . ist so ein Reizwort, das sich aus Blüten wie der Gender-Theorie entwickelt hat. Gewissermaßen geht es bei dem Streit dann darum, ob es das Paradies gegeben hat oder nicht. Das rechte oder konservative Lager nimmt an, die Erzählung vom Garten Eden beschreibe in verklausulierter Form eine „30.000 Jahre alte“ Tatsache, aus der…

Verliebtheit

Was einen an einer anderen Person magisch und unausweichlich anzieht, jene kaum fassbaren, merkwürdig partiellen Gründe, wird Projektion genannt, weil der Mitmensch dabei nicht erkannt, sondern besetzt wird. Aber gibt es eine andere Verliebtheit als jene, in dem anderen etwas zu vermuten, das man einmal verloren hat? Kann Verliebtheit daher nie auf Gegenseitigkeit beruhen, sondern…

Anti | Ödipus

Kritik an der Psychoanalyse entzündet sich am Begriff des Begehrens. Die Psychoanalyse meint, dass Begehren Ausdruck eines unbehebbaren Mangels, eines „Lochs in der Seele“ ist – ihre Kritiker dagegen deuten das Begehren als Hinweis echter Möglichkeiten im Hier und Jetzt. Der Psychoanalytiker könnte etwa sagen, dass Rauchen einsteht für etwas sonst nicht zu Habendes, sein…

Rassismus ist der Grund des Bewußtseins

Man muss sich dafür einen Konflikt vorstellen, am besten einen prototypischen – im Fitness-Studio beispielsweise – wenn die Person auftaucht, die den Spind genau neben dem eigenen belegt hat, obwohl alle anderen frei sind, und verlangt, dass man ihr Platz macht. Die Gefühle, die man dann beherrschen muss, sind die erste echte Antwort jedes Menschen…

Illusion und Chance der Hysteriker*innen

Nur weil im Innersten etwas fehlt, kommen wir ins Neue! Wie schwierig dieses innere Fehlen zu ertragen ist, zeigen die Hysteriker*innen, die – außen perfekt – heimlich zittern, es werde entdeckt, dass sie zuinnerst leer (nichts weiter als „eine Mogelpackung“) sind, und dem phallischen Traum nach mehr Macht nachhängen. Dabei würden doch gerade in der…

Nietzsche | Freud

NIETZSCHE & FREUD, wenn sie auch viel gemeinsam haben, unterscheiden sich doch erheblich im Hinblick auf ihre Erklärung der Bindungskraft des Wortes. Nietzsche denkt, wir gehorchen aus Angst, Freud denkt, wir gehorchen aus Freundschaft. Die Gründe für beider Gegensatz finde ich faszinierend. Nietzsche geht davon aus, dass unser Bewußtsein das Ergebnis eines Dressuraktes ist, voll…